Von Leh durch Zanskar zum Tso Moriri

Durch Ladakh nach Zanskar – Klöster, Pässe und Hochseen

Ladakh: Ein Juwel im Himalaya

Ladakh, oft «Land der hohen Pässe» genannt, liegt im Norden Indiens zwischen Himalaya und Karakorum. Auf dieser Reise lernst du zwei Gesichter der Region kennen: das weite Hochland rund um Leh und das abgelegene Zanskar.

Die Lage hoch in den Bergen hat über Jahrhunderte eine eigene Lebensweise geprägt. Die Menschen haben sich den extremen Bedingungen angepasst und eine reiche buddhistische Kultur entwickelt. Klöster wie Thiksey, Lamayuru und Phuktal sind nicht nur religiöse Zentren, sondern auch architektonische Meisterwerke.

Auch hier ist der Klimawandel spürbar: Er gefährdet die Wasserversorgung. Wir übernachten deshalb teils bei Familien und im Klostergästehaus und unterstützen so die Menschen vor Ort.

Ladakh berührt mit Kultur und Natur gleichermassen – ein Ort von unvergesslicher Schönheit und Spiritualität.

Hier findest du die Orte und Erlebnisse der Reise. Reihenfolge und einzelne Programmpunkte können sich je nach Wetter, Strassenlage und Festtermin ändern. Den geplanten Ablauf mit Daten und Preis findest du bei der Reise 2027

Reiter galoppieren in einer Staubwolke beim Polospiel in Chuchot bei Leh, Schwarzweissaufnahme, Ladakh

Altstadtrundgang in Leh mit einem Historiker

In Leh erkunden wir die Stadt bei einem Rundgang von drei bis vier Stunden. Ein lokaler Historiker führt uns durch die Altstadt: zum Leh-Palast, einem Zeugnis der Namgyal-Dynastie aus dem 17. Jahrhundert, und durch die engen Gassen des alten Basars. Er erklärt, warum Leh als Knotenpunkt der Seidenstrasse so wichtig war, und zeigt die Mischung aus traditioneller Architektur und modernen Einflüssen.

So lernst du nicht nur die Geschichte der Stadt kennen, sondern auch die Lebensweise der Menschen in dieser rauen und wunderschönen Region. Leh wird auch «Klein-Tibet» genannt.

Zwei Frauen mit schwarzen Kopftüchern beim Einkaufen in einer schmalen Gasse in Leh, Ladakh

Leh

Leh ist der Hauptort Ladakhs und liegt auf rund 3'500 Metern an der alten Seidenstrasse. Menschen verschiedener Religionen leben hier zusammen. Über der Altstadt thront der Leh-Palast, ein neunstöckiger Bau, den König Sengge Namgyal im 17. Jahrhundert errichten liess. Von dort siehst du im Süden das Industal und die Zanskar-Kette, im Norden die Ladakh-Kette.

Die Reise beginnt in Leh: Du fliegst direkt von Delhi hierher, der Höhenunterschied ist gross. Deshalb gehen wir die ersten Tage ruhig an, mit kurzen Ausflügen, viel Freizeit und ohne Anstrengung. So gewöhnt sich dein Körper an die Höhe.

Je nach Termin besuchen wir ein Polospiel in Chuchot, einem Dorf rund 30 Minuten von Leh. Polo wird in Ladakh auf rauem Boden gespielt, mit sechs Spielern pro Mannschaft, und es geht deutlich wilder zu als bei uns. Bei jedem Tor spielen die Musiker auf Daman und Surna.

Morgengebet im Thiksey-Kloster

Das Morgengebet im Kloster Thiksey ist ein spirituelles Erlebnis und für Fotografen besonders reizvoll. Bei Sonnenaufgang versammeln sich die Mönche im Gebetsraum, Trommeln und tiefe Rezitationen erfüllen den Raum. Der Duft von Räucherstäbchen und das warme Licht schaffen eine besondere Atmosphäre.

Während der Zeremonie darfst du fotografieren, aber ohne Blitz und ohne Lärm, damit die Ruhe gewahrt bleibt. Das schlichte Leben der Mönche, ihre Roben und die feierliche Stimmung geben dir viele Möglichkeiten für stimmungsvolle Bilder.

Porträt einer Brokpa-Frau mit Blumenkopfschmuck, Silberschmuck und Perlenketten, Arier-Tal, Ladakh

Mögliche Erweiterung: Arier-Tal

Das abgeschiedene Arier-Tal im Westen Ladakhs ist die Heimat der Brokpa, die sich als Nachfahren der alten Arier sehen. In Dörfern wie Darchik, Dah und Hanu bewahren sie ihre eigene Kultur: traditionelle Kleidung mit kunstvollem Blumen- und Perlenschmuck, eigene Rituale, eine eigene Sprache und eine eigene Mythologie.

Die Dörfer liegen eingebettet in grüne Terrassenfelder. Sie geben dir einen authentischen Einblick in eine Kultur, die sich über lange Zeit bewahrt hat. Nach ihrer eigenen Überlieferung stammen die Brokpa von Soldaten Alexanders des Grossen ab, was ihre Geschichten besonders faszinierend macht. Ein Besuch fühlt sich an wie eine Reise in eine andere Zeit, abseits der üblichen Touristenwege.

Der Abstecher ins Arier-Tal ist möglich, gehört aber nicht fest zum Programm. Ob er sich einrichten lässt, besprechen wir bei der Planung.

Brokpa-Frau mit Blumenkopfschmuck hinter einer Holzleiter im Inneren eines der ältesten Häuser von Darchik, Arier-Tal, Ladakh

Lamayuru

Lamayuru ist ein Dorf mit einem bedeutenden buddhistischen Kloster, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Es liegt rund 127 Kilometer von Leh entfernt auf 3'510 Metern und ist eines der ältesten Klöster Ladakhs. Es bietet nicht nur spirituelle Tiefe, sondern auch eine eindrucksvolle Kulisse.

Die Bewohner und Mönche sind bekannt für ihre Offenheit und ihren Humor, du fühlst dich schnell willkommen. Gleich beim Kloster beginnt die «Mondlandschaft» (Moonland): erodierte Felsen in seltsamen, fast ausserirdischen Formen, um die sich viele Legenden ranken. Wenn das Wetter passt, fotografieren wir hier den Sonnenuntergang.

Sonne bricht über dem Sirsir La, darunter die Serpentinen der Passstrasse, Ladakh

Über Sirsir La und Singey La nach Zanskar

Auf dem Weg von Lamayuru nach Zanskar brechen wir früh auf, um den Sonnenaufgang am Sirsir La zu erleben. Die Fahrt führt über Photoksar und den Singey La, ein Picknick unterwegs gehört dazu. Sie dauert sechs bis acht Stunden und gehört zu den längsten Etappen der Reise. Die Strasse ist teilweise unbefestigt, Verzögerungen sind möglich.

Die Landschaft wechselt ständig: von grünen Tälern zu steilen Anstiegen, von sanften Hügeln zu kargen Wüsten. Die Strasse schlängelt sich durch enge Pässe und belohnt dich mit weiten Ausblicken auf Berge und Täler. Weiter geht es vorbei an bizarren Felsformationen und tiefen Schluchten am Zanskar-Fluss entlang. Hauptort des Tals ist Padum, wir übernachten in der Gegend, zum Beispiel in Pibiting.

Diese Fahrt zeigt, was Ladakh ausmacht: eine überwältigende Natur und das Gefühl, in entlegene Gebiete zu reisen.

Karsha: Kloster und Nonnenkloster bei Padum

Karsha liegt als ruhige Enklave im Herzen von Zanskar, nahe Padum. Hier stehen das Kloster Karsha, das grösste und wichtigste Kloster der Region, und das angrenzende Nonnenkloster. Beide sind nicht nur für ihre tiefe buddhistische Kultur bekannt, sondern auch ein Paradies für Fotografen.

Das Kloster Karsha geht bis ins 10. oder 11. Jahrhundert zurück. Seine weiss getünchten Gebäude türmen sich an einem roten Felshang auf und bilden einen starken Kontrast zur Landschaft ringsum. Je nach Termin findet hier das Gustor-Fest mit Maskentänzen statt.

Gleich neben dem Hauptkloster liegt das Nonnenkloster. Die Nonnen leben ihren Glauben bescheiden und konzentriert, und du bekommst authentische Einblicke in ihren Alltag. Auch für Fotos bietet sich hier vieles an.

Padum ist die grösste Stadt und der Hauptort Zanskars, umgeben von majestätischen Bergen. Traditionelle Architektur, lokale Kunst und das Treiben auf den Märkten bieten eine Fülle von Motiven.

Kloster, Nonnenkloster und Padum machen diesen Ort zu einem spirituellen Erlebnis und zu einem Fest für die Kamera.

Das Kloster Phuktal mit weissen Gebäuden an der Felswand unter einem Wolkenhimmel, Zanskar

Phuktal-Kloster

Das Kloster Phuktal, auch Phugtal Gompa genannt, ist ein bemerkenswertes Beispiel für Architektur und Geschichte im abgelegenen Zanskar. Es wurde in den Fels einer steilen Schlucht gebaut, eine beeindruckende Leistung. Die Gründung liegt viele Jahrhunderte zurück, das Kloster ist eng mit der tibetischen Kultur verbunden.

Zum Kloster führt keine Strasse. Du gehst rund eine Stunde zu Fuss, auf einem Pfad durch eindrucksvolle Landschaft. Das ist kein anspruchsvolles Trekking, aber ein Erlebnis für sich.

Phuktal ist nicht nur ein historischer Ort, sondern auch lebendige Kultur. Du erlebst die Lebensweise der Mönche und die besondere Bauweise dieser Region. Je nach Programm übernachten wir im einfachen Gästehaus des Klosters, in Gemeinschaftsräumen für zwei bis vier Personen, und erleben am Morgen das Gebet der Mönche. Möglich ist auch ein Spaziergang durch das Dorf Yugar mit einem Tee bei einer Familie.

Natürliche Schönheit und menschliche Schaffenskraft machen diesen Ort zu einem Muss für Reisende und Fotografen auf der Suche nach einzigartigen Motiven.

Stongdey-Kloster

Das Kloster Stongdey thront auf einem Hügel über dem Dorf und den Tälern von Zanskar. Es ist das zweitgrösste Kloster der Region und gehört zur Gelug-Schule. Es soll im 11. Jahrhundert vom Übersetzer Marpa Lotsawa gegründet worden sein.

Schon tagsüber beeindruckt das Kloster. Am Abend verleiht der Sonnenuntergang dem Ort eine magische Stimmung: Warmes Licht taucht Berge und Täler in Gold, die Dächer fangen es ein, der Himmel färbt sich rosa und orange, und das Kloster steht als Silhouette davor. Wenn das Wetter passt, ist das ein besonders schöner Fotoplatz.

Blick vom Kloster Stongdey über die grünen Felder des Zanskar-Tals gegen die Sonne, rechts die rotbraune Klostermauer, Zanskar

Über den Shingo La nach Jispa

Die Fahrt von Phuktal nach Jispa führt über den Shingo La, auch Shinku La genannt. Mit über 5'000 Metern ist er einer der höchsten Punkte der Reise. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden und verlässt Zanskar in Richtung Himachal Pradesh. Von den abgeschiedenen Felswänden des Phuktal-Klosters geht es durch einige der eindrucksvollsten Landschaften des Himalaya. Die Strasse ist teilweise unbefestigt, Verzögerungen sind möglich.

Die Route führt an rauschenden Flüssen, grünen Wiesen und majestätischen Gipfeln vorbei. Unterwegs kommen wir durch kleine Dörfer, in denen du die lokale Kultur und Gastfreundschaft erleben kannst.

Je näher du Jispa kommst, desto grüner wird es: Täler und imposante Berge bilden die Kulisse für das kleine Dorf. In Jispa kannst du die Ruhe geniessen, am Fluss Bhaga spazieren und die Pracht des Himalaya bewundern. Je nach Programm übernachten wir hier in einem Camp.

Tso Moriri und das Gustor-Fest in Korzok

Der Tso Moriri liegt auf 4'522 Metern und ist einer der schönsten Hochgebirgsseen Ladakhs. Umgeben von schneebedeckten Gipfeln und grünen Weiden strahlt der tiefblaue See Ruhe aus. Am Ufer liegt das Dorf Korzok mit seinem Kloster, und Changpa-Nomaden ziehen mit ihren Herden durch das Tal. Je nach Programm übernachten wir in Korzok in einem Camp, möglich ist auch ein Besuch bei Changpa-Nomaden.

Das Gustor-Fest in Korzok findet meist im Juli oder August statt, die Termine ändern sich jedes Jahr. Es ist ein bedeutendes Ereignis für die Nomaden und die Menschen der Region. Mönche des Korzok-Klosters führen farbenfrohe Cham-Tänze mit kunstvollen Masken und prächtigen Kostümen auf, die Geschichten des tibetischen Buddhismus erzählen. Musik, Gebete und Rituale begleiten die Feiern und sollen der Region Schutz und Wohlstand bringen.

Wenn deine Reise zu diesem Termin passt, erlebst du das Fest zusammen mit Mönchen, Pilgern und Nomaden. Warum sich die Termine verschieben und was dich erwartet, haben wir im Blog beschrieben: Klosterfeste in Ladakh und Zanskar: die Termine 2027.

Weite Ebene am Tso Kar mit Spiegelung im See, unten ein Camp mit weissen Zelten, Ladakh
Zeltcamp mit weissen Zelten auf einer grünen Wiese bei Jispa, umgeben von Bergen, Lahaul, Himachal Pradesh

Von Jispa zum Tso Moriri

Die Strecke von Jispa zum Tso Moriri führt über den Leh-Manali-Highway durch einige der spektakulärsten Landschaften Ladakhs. Sie ist lang, deshalb teilen wir sie je nach Programm mit einer Übernachtung am Tso Kar. Die Strassen sind teilweise unbefestigt, Verzögerungen durch Strassenverhältnisse, Militärkonvois oder Bauarbeiten sind möglich.

  • Baralacha La und Suraj Tal: Von Jispa geht es hinauf zum Baralacha La (4'890 m), vorbei am kristallklaren See Suraj Tal. Hier öffnen sich die ersten grossen Ausblicke auf die umliegenden Berge.

  • Sarchu-Plateau: Weiter über das windgepeitschte Sarchu-Plateau, umgeben von kargen Felsformationen. Danach folgen die Pässe Nakee La (4'739 m) und Lachulung La (5'059 m). Die Landschaft wechselt zwischen schroffen Bergketten und tiefen Tälern.

  • More Plains und Namshang La: Nach einer Pause in Pang durchqueren wir die weite Hochebene der More Plains (4'700 m) und steigen zum Namshang La (4'800 m) hinauf. Danach beginnt der Abstieg zum Tso Moriri.

  • Ankunft am Tso Moriri (4'522 m): Eingebettet in die Bergwelt liegt der tiefblaue See inmitten unberührter Natur, ein idealer Ort, um die friedliche Atmosphäre und die Schönheit der Hochwüste Ladakhs zu geniessen.

Die Dörfer entlang des Highways sind für die Einheimischen bis heute die Lebensgrundlage. Ein erstes grosses Ziel der Strecke ist der Tso Kar, ein Juwel im Himalaya, bekannt für seinen Salzsee in der weiten Hochebene.

Sichelförmige Schlucht bei Pang am Leh-Manali-Highway, auf rund 4'500 Metern, Ladakh
Muslime beten auf dem Shingo La neben bunten Gebetsfahnen, rundherum Schnee und Berge, Ladakh

Tso Kar

Der Tso Kar ist ein Salzsee auf rund 4'530 Metern in der weiten Hochebene Rupshu. Je nach Programm übernachten wir hier in einem Camp. Die weissen Ufer bilden einen starken Kontrast zu den rauen Bergen und offenen Ebenen ringsum, und die Stille hier ist etwas Besonderes.

Der See ist auch ein wichtiger Lebensraum. Früh am Morgen kannst du Schwarzhalskraniche beobachten, dazu Kiangs, die tibetischen Wildesel, und mit etwas Glück tibetische Wölfe. Der Tso Kar ist ein Ort der Ruhe, an dem du die Schönheit des Himalaya erlebst und erkennst, wie wertvoll dieses Ökosystem ist.

Der Hauptbasar von Leh mit Marktständen und Geschäften, Gebetsfahnen über der Strasse und dem Leh-Palast im Hintergrund, Ladakh